Casino-Gesellschaft Herisau - Literaturtipps
 


Jürg Jenatsch



Bündnerisch, barock, blutig

Romantipp von Gabriele Barbey, 24. Feb. 2025


Schon war es zu spät. Das Zimmer füllte sich mit einem wilden Maskenhaufen, und es war eine Unmöglichkeit geworden, den umdrängten Ausgang zu gewinnen. Auch dachte Jenatsch nicht mehr daran. Er war versunken in die wunderbare, wie von zerstörenden inneren Flammen beleuchtete Schönheit seiner Braut und führte sie, dem Maskenspiel in der Mitte des Gemaches Raum gebend, in eine Fensternische...

Ein Text aus dem vorletzten Jahrhundert! Wer weiss, als erfahrene LeserInnen erinnern Sie sich vielleicht an das blutige Ende des Romans?
Von historischen, ungesicherten Tatsachen ausgehend hat der Dichter Conrad Ferdinand Meyer (1825 bis 1898) aus Jürg Jenatsch (1596 bis 1639) einen Bündner Helden gemacht. Nicht dass Meyer den Pfarrer, Machtmenschen und Kriegsmann Jenatsch verherrlichte, gar nicht. Er lässt uns Lesende zweifeln. Er zeigt Jenatsch als eine höchst schillernde Figur, die, um politische Ziele zu erreichen, vor nichts zurückschreckt.

Und dann natürlich die Liebesgeschichte, diese Frauenfigur der Lucretia von Planta. Sie macht den Roman aus … und ist historisch so nicht belegbar.
Mein Literaturtipp, nicht nur zur Fasnachtszeit.

Erhältlich in grösseren Bibliotheken, zum Beispiel.
Hier unten der Info-Link zum Historischen Lexikon der Schweiz. Dort auch das Bild mit Kommentar:








Mehr Informationen unter https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016858/2013-10-16


Dieser Literaturtipp wurde erfasst am 24.02.2025 um 16:21 Uhr.



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